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Tourtagebuch: Annaberg-Buchholz / Tourauftakt mit Feuerschwanz

Aus Phyra und Zoras Tourtagebuch

„Durchzählen!“ , „eins“ , “fünf“ , „sieben“ , „passt, kann los gehen.“. Zora schaut nochmal auf die Checkliste, dass wir diesmal auch ja nichts vergessen und schon geht es los in Richtung Annaberg-Buchholz im Erzgebirge zu unserem Tourauftakt mit Feuerschwanz.

Unser Bus war dieses Mal die kleine Variante, da wir sowohl auf Krakens Haudrauf-Geräte, als auch auf die Bassbox verzichten konnten, da wir netterweise über die Backline der Schwänze spielen durften. Und auch die Länge unserer Busfahrt war dieses Mal unter der magischen Grenze von 5 Stunden, was mal wieder richtig entspannend war.


Auch wenn ihr das jetzt immer keiner glaubt: Zora liebt ja diese Busfahrten. Quatschen, was unter der Woche so alles passiert ist, Gummibärchen (Turboschnecken!) naschen, nervige Stimmakrobatik trainieren, Furze erraten (ja, das ist eine Disziplin die nicht jeder beherrscht), CDs hören,… ähm CDs hören? Nope. Radio? Nein. Es gab keinen CD-Player und aus dem Radio kam nur ein undefinierbares weißes Rauschen. Na gut, dann singt sie halt selber und macht noch mehr nervige Geräusche, als sie sowieso schon immer tut… Das ruft allerdings jedes Mal wieder Jürgen auf den Plan, der seit ihrem Beitritt nun immer ein Gaffatape in seiner Tasche mit sich führt um ihr in genau solchen Fällen den Mund zuzukleben versucht (was sie natürlich trotzdem nicht davon abhält. :) )

Da die Piratenbande ja inzwischen über ganz Deutschland verteilt ist, ist es jedes Mal wieder ein Wunder wie wir es am Ende dann doch schaffen alle gemeinsam im Bus zu sitzen. In Nürnberg-Fischbach bekommt die Crew Zuwachs von den Wahlfranken Dax, Petz und mir, Phyra. In Hof gibt es dann den nächsten Stop, da Ratz dort mit dem Fernbus aus dem Hohen Norden strandete.

So. Tank leer, wir tanken und wollen zahlen. „Aber wer hat eigentlich die Kasse?“ „Du hattest sie doch das letzte Mal in der Hand“ „Ne, du!“ „Nein, Schmarrn, du!“. Wie war das vorhin mit der Checkliste? Naja, dann muss das heut halt ohne unsere Goldstückchen funktionieren.

Kaum haben wir die Autobahn verlassen, schon sind wir abgeschnitten von jeglicher Zivilisation. Baum, Baum, Baum, Haus, Feld, Baum, Holzschnitzereienhütte, Holzkunsthütte, hach du schönes Erzgebirge… Aber was uns wirklich Sorgen macht: Kein Mensch! Auf der ganzen Fahrt sind uns ganze 3 Leute am Straßenrand begegnet. Und der letzte war ein Weißhaariger mit Rollator („der zählt nicht, der gehört schon zur aussterbenden Art!“). „Wer soll denn dann heute Abend alles kommen?“ überlegen wir uns. Aber da werden wir ja bald eines besseren belehrt.

Fast eine ganze Stunde zu früh kommen wir schließlich in Annaberg-Buchholz an. Wir steigen aus dem Bus und es fängt tatsächlich an zu schneien. ZU SCHNEIEN! Wenn wir uns so überlegen bei welchen frühlingshaften Temperaturen wir in der Früh in München losfuhren… Mimimi!

Wir beziehen im Haus nebenan unseren Backstage-Raum / der gleichzeitig auch der Schlafraum für den heutigen Abend sein sollte. Stockbetten, über deren Qualität man gleich Tränen lacht, denn wenn sich oben jemand hinsetzt kann sich der im unteren Bett schier nicht mehr umdrehen, so sehr hängen sie schon durch.
Dass Musiker stinken ist ja ein unumstößlicher Fakt. Aber bei Vroudenspil ist das was anderes (wie ihr ja im letzten Tourtagebuch schon habt lesen können). Petz und Kraken haben ihre Ausdünstungen inzwischen so perfektioniert und aufeinander abgestimmt, dass sie gemeinsam in der Lage sind Zweikomponentenflatulenzen herauf zu beschwören. Natürlich muss erstmal die Duftmarke im Backstage verteilt werden. Man muss ja schließlich sein Revier markieren. Auf der Flucht vor Übelkeit und Kotzreiz flüchten Petz, Zora und ich uns ins Treppenhaus, welches voll mit Bücherregalen ist. Und wir fanden für jeden aus der Band den passenden Buchtitel. Da gab es die Geschichte über den kleinen Seewolf, den Planet der Sirenen und Petz zog irgendwann „Haus der Winde“ aus dem Regal und rief voller Begeisterung „Schau, hier wohnen Kraken und ich!“ Haha, au weh!
Weiter geht es mit dem obligatorischen Soundcheck, der dieses Mal unglaublich entspannt ablief, weil wir zum einen ja früh dran waren und zum anderen ja die Backline bereits von Feuerschwanz gecheckt wurde. Seewolf und ich warfen uns währenddessen immer mitleidige Blicke zu und deuteten voller Verzweiflung auf unsere knurrenden Mägen. Noch dazu roch es in der ganzen Location schon so lecker nach Essen und als es schließlich „Catering ist fertig“ hieß, rannten wir alle in die Küche und standen schließlich vor einer Auswahl aus ca. 6 verschiedenen Gerichten. Die Piraten mögen sowas.

Zurück im Backstageraum ging ein wilde Diskussion los über das Thema „Was ist eigentlich der Plural von Chamäleon“ und weiter: „Was wäre denn eigentlich wenn sich ein Chamäleon im Fall mit der Zunge an der Zunge eines anderen Chamäleons festhalten würde, würde dann die Zunge des fangenden Chamäleons die des fallenden Chamäleons festhalten? Oder würde es mit hinabstürzen oder würde der Mechanismus des Zunge-einziehens des fangenden Chamäleons das fallende Chamäleon einfach auffressen. ODER WIE ODER WAS?“ Biologen dürfen sich an dieser Stelle gerne zu Wort melden und uns diese wirren Fragestellungen beantworten.

Dann war es auch schon soweit und ich lief in meinen Zehensandalen durch Wind und Schnee (brrrrrrr!!!) ab in Richtung Bühne. Kurz vor dem Auftritt kam es nochmal zu einem stinkenden Supergau, alias Zweikomponentenfurz, der einem das gute Catering wieder aufstoßen lies (irgendwie scheint sich hier die Geschichte zu wiederholen). Die Bude war proppevoll aber das Publikum in Annaberg war verhalten. Seeeehr verhalten. Die wenigsten schienen uns dort zu kennen, was aber auch sehr schön war, denn die Herausforderung fremde Menschen von der eigenen Musik zu begeistern weckt unglaublichen Ehrgeiz in einem. Und nach 3 Songs wurden die Erzgebirgler locker und fingen langsam an ihre Knochen zu bewegen. Am Ende hatten wir eine großartige tanzende, klatschende und johlende Meute vor uns, wie wir es uns am Anfang der Reise niemals erwartet hätten. Vielen, vielen Dank an euch alle. Es war uns ein Fest.

So früh Feierabend zu haben, am nächsten Tag keinen weiteren Gig zu haben und außerdem dort schlafen zu können versetzte uns allesamt in Feierstimmung. Und so wurden ab jetzt unglaublich viele Biere geköpft, Pfeffis verteilt und Zigaretten geraucht. Ein Teil der Meute fand einen Kickertisch und das wilde Duell begann. Kraken und Petz spielten Abschuss von Torwart zu Torwart. Kein einziges Tor fiel, dafür wurde mein Dekoltee als Zielscheibe genutzt. Der erste Ball flog dann gleich mal an meinem Kopf vorbei in die dahinterliegende Küche. Da lag er denkbar ungünstig. Immer mehr Piraten und Alte-Brauerei-Helferchen gesellten sich in die illustre Runde und irgendwann fielen dann auch wirklich Tore in die, auch wirklich dafür vorgesehene Vorrichtung.

Ziemlich betrunken fielen wir dann in unsere Stockbetten und kurz bevor wir eindösten bekamen wir nochmal Besuch von Feuerschwanz, die ihren Backstage räumen wollten. Der ein oder andere wollte sich dann noch zu anderen dazukuscheln wurde aber unsanft wieder hinauskatapultiert.

Und ab ging es ins Traumland in dem Feen auf den Zungen von Chamäleen, Chamälii, Chamäleons, Chamälys…, verdammt, ich weiß es immer noch nicht, durch einen Pfefferminzwald ritten und über Sachsismus im Schmerzgebirge faselten. Sachsndi.

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