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Tourtagebuch: Bremen / Aladin + Kiel / Orange-Club

Aus Phyras Logbuch

Zora, wir werden nachlässig. Mensch.
Aber zu meiner Verteidigung: das letzte Wochenende ist mir immer noch in den Gliedern und ich glaube, dass da immer noch Alkoholschwaden in meinem Kopf hängen, die sich nur sehr, sehr langsam lichten.

Ich wurde wieder mal in Fischbach abgeholt, Petzi dann irgendwo in der fränkischen Pampa zwischen Kapelle, Acker und Blumenpflückbeet (Der Bär ist jetzt voll öko nämlich). Und ab gings. Erste Station: Bremen. Hach ja, Bremen… Beim ersten und bis dato einzigen Mal, dass es mich dorthin verschlug verlor ich ebenfalls einige Gehirnzellen an unseren Freund Alkohol. Damals hatte das aber nichts / bzw. nur peripher mit Feuerschwanz zu tun, sondern mit den anderen Chaoten von Versengold, die uns Anfang des Jahres einluden mit ihnen ganz nordisch Grünkohltouren zu gehen.
Naja, wieder zurück in den Tourbus.

„Jürgen kann alles besorgen“ sagen wir immer. Von Schnürsenkeln, über Haarklammern bis Reisetaschen Marke Superstabil, wie ein Zauberer zieht er all diese wichtigen Dinge aus seiner Wundertüte. Ich bin kurz vorm Eindösen, Flosses Kopf nickt schon in Zeitlupe auf meine Schulter, als plötzlich der ganze Bus zu duften anfängt. NACH KAFFEE! Dieser Jürgen. Hat er doch tatsächlich eine Akku-betriebene Kaffeemaschine mitgebracht. Plötzlich hat alles wieder Sinn, es wird fleißig Kaffee gebrüht und getrunken und jeder Stau mit vorgespielter Leichtigkeit bezwungen. Im Aladin angekommen (viel zu spät übrigens) wollen wir ausladen, aber wo sollen wir denn hin? Gehen wir doch mal die Treppe hier rauf. Äh, ne, das ist das Getränkelager. Und diese Rampe hier! Ja! Da ist es. Ne, Moment, das ist ne andre Bühne. Und wenn wir diese Rampe runter und die Treppe hoch, ne, da geht’s in den Keller. Aber hier! Da oben, da stehen Trommeln, schaut gut aus! Aber die Tür ist zu. „Hallooo??! Hier ist die Vorband! Mimimi!“ Unsere Lieblingsmieze Myu erbarmt sich uns und kratzt uns von innen die Tür auf. So. Bühne, gute Bühne, tolle Location, sehr stimmig das alles.

Soundcheck, Catering, nackig machen, wieder anziehen, Konzert und nochmal Catering. Seewolf bittet Petz ihm doch noch so eine Nachspeise (in Form von Beeren mit Creme) zu geben. Er bringt ihm ein Löffelchen davon mit, Seewolf sagt „oh, njamnjam, das fängt ja gut an! Mehr davon“ und beisst beherzt zu. Er verzieht das Gesicht „Buäh“ und der Bär kontert „GNIHI! Na, wie schmeckt so ein Löffel Margarine?“. Oh ich liebe diese Schabernack-Momente!

Während wir noch am Merch stehen fängt im Nebenraum die Party an. Ratz packt mich irgendwann und sagt „DAS MUSST DU DIR ANSCHAUEN!“ und zerrt mich einen Raum weiter. Mensch, Bremen, da habt ihr ja schon ein außerordentlich hübsches Feiereien-Örtchen! Wir finden es super, beschließen, dass das unser Stammclub wäre, wenn wir Bremer wären („ja wenn das wenn nicht wär“*) und gehen dennoch Richtung Bus, wir brauchen ja unsere Energie für den Tag morgen und außerdem wartet noch ein gutes Stück Fahrtzeit auf uns. Alle sind am Bus, alle wollen fahren, alle sind ungeduldig. Nur einer fehlt (mal wieder): Meister Dax. Der fand es in Aladins Schoß nämlich so toll, dass er am liebsten gleich dort geblieben wär. Da wir aber natürlich niemanden zurücklassen ging es dann irgendwann doch mit ihm im Gepäck Richtung Ratzens altem Rattenbau. Nämlich nach Wilhelmshaven. Sein alter Mitbewohner Nils öffnete uns (wie schon im Jahr davor) seine heiligen Hallen. Totmüde fallen Zora und ich in unser Doppelbett und bekommen noch mit, dass die Jungs ein Stockwerk tiefer noch ordentlich die Sau rauslassen. Aber mehr als 4 Takte der 5000-Watt-Basemachine bekommen wir nicht mehr mit.
Am nächsten Morgen schau ich aus dem Fenster und seh, wie die Männer zum einkaufen gehen. Oh fein! Frische Semmeln. Bröööötchen. Wir frühstücken ausgiebig an Nils’ Tafel und düsen bald los, denn Petz hatte sich gestern schon früher verabschiedet um noch ein paar Stunden mit Frau Petz zu verbringen. Irgendwo nördlich von Bremen – mal wieder mitten in der Pampa – sammeln wir den Bären wieder auf.

Nun aber wirklich. Ab nach Kiel. Dieses Mal kamen wir viel zu früh an der Location an und hatten noch jede Menge Zeit um bei Möwengeschrei unsere weißen Leiber ein bisschen zu bräunen. Catering wird dieses Mal à la Carte serviert und war ganz arg deliziös. Pfannengemüse aus der Eisenpfanne. Geil.
Die Kieler überraschten uns mit lautem Mitgegröhle und als wir nach dem Gig unsere Sachen von der Bühne nach draußen räumten schien dort noch die Sonne. Abgefahren.

Da es ja unser letztes Tourwochenende mit Flosse am Drumset ist, beschließen wir unseren Feuerschwänzen noch ein kleines Abschiedsgeschenk zu geben. In einem unbeobachteten Moment entführen wir ihre Mieze Myu, wickeln sie unter Protestrufen in die Feuerschwanzfahne und kleben ihren Körper fest daran. Wehrlos wie sie nun war, wurde sie auf Ratz’ und Seewolfs Schultern wie ein Spanferkel durchs Publikum zur Bühne getragen auf der sie dann von den beiden wie eine Fahne hin und her geschwenkt wurde. Armes Miezi!

Irgendwann war dann das Bier im Backstage aus. Definitiv ein Zeichen nun den Orange-Club zu verlassen und sich in die Aftershowparty zu werfen. Kurz vor der Abfahrt kommt es noch zum wilden Geknutsche zwischen Flosse und Petz, die beide an der gleichen Banane lutschen und deren Hormone heute etwas verrückt spielen. Im Hotel gibt es noch eine kurze Frischmachung um wenigstens am Anfang noch gesellschaftsfähig zu sein. Zwei Häuser weiter beginnt dann die kleine, aber knackige Aftershowparty. Viel Bier, viel gutes Gerede, ein Prinz, der durch eine Verlosung zum Pfarrer wird, was dann Felix so peinlich ist, dass er lieber doch bei uns mitspielen will. Männer in Girlie-S-Shirts und halbnackter Plauzentanz. Irgendwann mitten im Gespräch beschließen Ratz und Petz, dass es jetzt eine gute Idee wäre, sich ihrer Hose zu entledigen und die Party ging in Unterwäsche weiter.

Danach ging es noch ein paar Türen weiter in einen Club… Hmmm, die einzige Erinnerung die ich daran habe sind Rettungsboote, ein Kerl der anfängt mit mir Walzer zu tanzen und ich Weißbier trinke, obwohl ich Pils bestellte und nur noch ein „ja, wäh, schmecktdesgreislig!“ stammel. Keine Ahnung, wie und wann wir nach Hause kamen, keine Ahnung wie ich wieder aufgewacht bin, wie ich die Treppe zum Frühstück runterging. Ab dem Kaffee setzt dann aber wieder die Erinnerung ein. Erinnerungen von zwei vollends verkaterten Bands, Sonnenbrillen am Frühstückstisch, von einer Höllenheimfahrt, während der alle jammerten, kurz vorm kotzen sind, Konversationen, deren Inhalt sich auf „hm?“ „hmhm…“ „aha“ „mhm“ beschränkten, verzweifelte Versuche die Augen offen zu halten, auf dem Seitenstreifen Halt machen weil der Kater einfach zu laut miaut.

Nun, das war wohl „alkoholtechnisch ein bedeutender Abend“**.

Liebe Bremer, liebe Kieler, liebe Feuerschwänze, das war ein grandioses Wochenende bei und mit euch, das uns noch lange im Gedächtnis bleiben wird!

Lieber Flosse, tausend Dank fürs einspringen und mitspielen, fürs dabei sein, für deine gute Laune und deine Sprüche. Du wirst immer ein Teil unserer kleinen Familie bleiben und auf unserem Schiff wird immer eine Koje für dich frei sein. Vergiss das nie. Ge?!

Da ich heute wies scheint lauter HipHop-Zitate im Kopf habe, gibt’s hier auch ganz anständig die Fußnoten dazu.
*Ausdruck geklaut bei: Herr von Grau – „Tanzen“
**Ausdruck geklaut bei: 3MinutenEi – „Der Virtuose an der Flasche“

 

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